KISSENDORFER KANDIDIERT

Geboren in Villingen, wohnt in Schwenningen / Mit Dürrheimerin verheiratet

BAD DÜRRHEIM Zur Vorstellung erschien er gestern ohne Begleitung von Parteimitgliedern, am Abend stellte er sich den Christdemokraten vor, doch hat er auch den Freien Wählern die Zusammenarbeit angeboten und will noch bei FDP, SPD und LBU vorsprechen. Zwar ist Markus Kissendorfer seit 1993 Mitglied der CDU, doch will er das Parteibuch hintanstellen: „ Ich bin kein Parteisoldat.“
„ Je mehr Unterstützung ich bei der Bevölkerung habe, desto unabhängiger bin ich auch von der Hilfe der CDU“, bekennt er. Auch die Partei selbst gibt sich zurückhaltend: „ Es ist nicht so, das wir einen Kandidaten nominiert haben, wir unterstützen ihn lediglich. Die CDU hat mit jedem gesprochen, der sich mit uns unterhalten will“, erklärte Stadt- und Kreisrätin Lucia Grießhaber.
Einwände ob seines Alters kontert der gebürtige Villinger, der im Wohngebiet Haslach/Wöschhalde aufwuchs, mit dem Hinweis auf Erwin Teufel, der sei schließlich auch schon mit 25 Bürgermeister in Spaichingen geworden.
Frau Yvonne, geborene Spy cher, ist eine Bad Dürrheimerin, der Vater betreibt eine private Musikschule. Dass er nach fünf Jahren Tätigkeit im Ausland wieder in der näheren Heimat beruflich Fuß fassen konnte, freut ihn. „Ich bin ein Familienmensch, natur- und traditionsverbunden“, bekennt Markus Kissendorfer.
Sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, will es die Mietwohnung im Schwenninger Sauerwasen aufgeben und unbedingt nach Bad Dürrheim ziehen. Seine Frau, mit der er seit Mitte 2001 verheiraten ist, unterstützt die Kandidatur.
„Jammern bringt nichts“, ist das Motto des Jungunternehmers, dessen Oma, eine geborene Görlacher das gleichnamigen Villinger Autohaus (heute Südstern) betrieb, auch der Onkel war im Geschäft tätig. Als Wirtschaftsingenieur ist er an der Schnittstelle von Management und Technik tätig, im Studium lernte er nicht nur Betriebswirtschaftslehre, sondern auch Jura und Steuerrecht. Dass er keine kommunalpolitische Erfahrung hat, sieht Markus Kissendorfer nicht als Nachteil. „Herr Hagmann hinterlässt ja keinen Scherbenhaufen, sondern eine gut aufgestellte Verwaltung mit guten Amtsleitern und einem Kämmerer m mit gutem Ruf“.
Deshalb braucht die Stadt „keinen Verwalter, der die Verwaltung verwaltet“, aber auch niemanden, der von prestigeträchtigen Projekten schwärme. Auf ihn wartet „ein Job, bei dem man nicht viel Ruhm ernten kann.“
In Bad Dürrheim gelte es, das zu erhalten und auszubauen, was vorhanden ist. Tourismus und Wirtschaft seien Chefsache im Rathaus. Kissendorfers Absicht ist es, junge Familien in den Ort zu holen und das Zusammenleben mit den älteren Generation zu gewährleisten. Alte und Junge müssen miteinander verbunden werden.
Zusätzliche Kur-Infrastruktur helfe nicht weiter, stattdessen will Kissendorfer Innovation in den beschränkten Mitteln, die zur Verfügung stehen, aufbauend und der Kernkompetenz. Gewerbegebiete habe die Stadt jetzt zwar, doch müssten jetzt Firmen herangelockt werden.
Das Verhältnis zu den Teilorten erfordere konkrete Entscheidungen, wie es in Zukunft weiter gehe.
Beeindruckt ist Kissendorfer von dem hohen Zusammenhalt, doch bräuchten nicht alle die gleichen Einrichtungen wie Handel, Infrastruktur und Feuerwehr.
„Bürgernähe, Bürgernähe und nochmal Bürgernähe“ will Markus Kissendorfer praktizieren. Von den Eltern bekam er Gutscheine für ein Villinger Narrohäs, die löste er erstmal nicht ein und hofft, dess er sich vielleicht bald ein Salzhansel nähen lassen kann.
 
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