Sunthausen
- Ortsvorsteher Peter Hug war am Schluss der Veranstaltung
selbst überrascht, wie viele Sunthausener den Weg
am Donnerstagabend in das Gasthaus Lehre-Post gefunden
hatten. Dort stellte sich Bürgermeisterkandidat
Markus Kissendorfer, begleitet von seiner Ehefrau Yvonne,
etwa 30 Interessierten vor. Es war die Auftaktveranstaltung
seiner Verstellungstour in den Bad Dürrheimer Teilorten.
Mit frischem Schwung, unbefangen, aber nicht unbedarft
will Kissendorfer - sollte er denn gewählt werden
- sein Amt antreten, so sagte er. Vier Kernbereiche
sieht er als bedeutend an, die wirtschaftliche Entwicklung,
den Kinikbereich, die finanzielle Situation sowie das
Zusammenarbeiten der Generationen. Für die Teilorte
seien gemeinsame Ziele wichtig, was er jedoch nicht
als "Gleichmacherei" verstanden wissen wollte.
So hat für ihn jeder Teilort seine Schwerpunkte:
in Ober- und Unterbaldingen sei dies beispielsweise
Gewerbeansiedelung, für Öfingen der Tourismus,
für Sunthausen und einige andere Teilorte sieht
er die Schaffung einer Infrastruktur als Herausforderung
an. Denn mit der Schließung von Post, Laden und
Bank seien wichtige Kommunikationsmöglichkeiten
für die Bewohner der Orte weggebrochen. Von einigen
Anwesenden wurde der 28-Jährige in der gut zwei
Stunden dauernden Diskussion darin auch auf Herz und
Nieren geprüft. So müsse er Stellung nehmen
zu den Themen Minara und Solemar, Campingplatz Sunthausen
in Konkurrenzbezug auf den neuen Bad Dürrheimer
Campingplatz, Belebung der Infrastruktur, Windkraft,
Wirtschaftsförderung und unechter Teilortswahl.
Das Alter störte einen der Diskussionteilnehmer
nicht im geringsten, sondern er fand dies gut.
Das Minara sieht Kssendorfer als Faniilienbad und gleichzeitig
als Möglichkeit der Abgrenzung zwischen den jungen
Besuchern und den älteren die im Solemar eher ihre
Ruhe finden würden.
Offensichtlich geärgert hat die Sunthausener die
Einrichtung des Campingplatzes in Bad Dürrheim.
Sie sehen darin eine Konkurrenz. Einer ließ jedoch
auch klar durchblicken, dass die Probleme auf dem Sunthausener
Platz nicht mit dem jeweiligen Pächtern, sondern
ein wenig mit dem Eigentümer zusammenhängen.
Kissendorfer zeigt hier - wie auch bei den Bädern
im Kernort - die Möglichkeit einer klaren Positionierung
der Einrichtungen am Markt auf. Sunthausen als Anlaufstelle
für die Gäste, die zwei bis drei Wochen ihren
Urlaub verbringen wollen, Bad Dürrheim eher für
die Kurzzeitcamper. Ein Problem, dessen Lösung
erst noch intensiv erarbeitet werden müsse, sei
die Wiedereinrichtung der Infrastruktur in den Teilorten,
in denen es keinen Laden oder keine Bankfiliale mehr
gibt. Bei letzterem hofft Kissendorfer, durch den damit
verbunden Einfluss bei den Banken etwas bewegen zu können.
Ihm schwebt eine Mischung zwischen Bäcker, Laden,
Post und Bank vor. Er machte jedoch auch keinen Hehl
daraus, dass dies nicht einfach werde. Ein Thema, das
viel Zeit in der Diskussion beanspruchte, war die Windkraft,
da auf Tuninger Gemarkung nahe der Grenze zu Sunthausen
ein Windrad gebaut wird. Grundsätzlich sprach sich
der Kandidat zwar für regenerative Energien aus,
jedoch nur dort, wo es sinnvoll ist und dies sieht er
in gesamt Süddeutschland als nicht gegeben an,
da diese Windräder momentan nur 0,15 Prozent der
Gesamtenergie erzeugten, die die Bundesrepublik benötige.
Punkten konnte der Bürgermeisterkandidat auch im
Bereich unechte Teilortswahl, da er diese nicht abschaffen
will. Er könne zwar manche Enttäuschung bei
den Gemeinderatskandidaten verstehen, die trotz hoher
Stimmen keinen Sitz in dem Gremium erhalten, weil sie
diesen einem Bewerber aus den Teilorten überlassen
müssen, jedoch berge eine Abschaffung die Gefahr,
dass die Position der Teilorte geschwächt werde.
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