Frühschoppen im Gasthaus "Linde"
Kommunalpolitik und Diskussion

Öfingen Dass es sich bei einem Gläschen Bier oder Wein viel lockerer über aktuelle kommunalpolitische Themen plaudern läßt, wurde am Sonntag bei einem gemütlichen Frühschoppen mit Bürgermeisterkandidat Markus Kissendorfer im Gasthaus „Linde“ deutlich. Rund 40 Bürgerinnen und Bürger waren seiner Einladung gefolgt und machten gern von der Möglichkeit Gebrauch, ihrem eventuellen neuen Stadtoberhaupt einmal gründlich auf den Zahn zu fühlen. Zuvor hatte er ihnen seine Marschrichtung zur künftigen Stadtentwicklung, Grundstückspolitik und zu den seiner Meinung nach notwendigen Veränderungen im Kur- und Klinikbereich ausführlich dargelegt, so dass damit die Grundlage für eine angeregte Diskussion gegeben war.
Ein Teilnehmer wollte wissen wie der künftige Bürgermeister gedenke, den Konflikt zwischen Gewerbeansiedlung und Kurbetrieb in den Griff zu bekommen, denn Gewerbe sei nun mal mit Lärm und Gestank verbunden. „Wenn heute einem Gesellen in der Mittagszeit der Hammer auf den Boden fällt, gehen auf dem Bürgermeisteramt gleich mehrere Dutzend Beschwerdeanrufe ein“ meinte der Fragesteller in wohl etwas übertriebener Darstellung. Kissendorfer sagte, er vermisse in dieser Hinsicht bei der Stadt eine Gesamtstrategie zur Ansiedlung von Betrieben und könne nicht ausschließen, dass es deswegen Probleme gibt. Als Beispiel führte er die Nähe der Firma Mineralbrunnen zum Kurstift an. Diese Schwierigkeit lasse sich aber wiederum relativieren, da die heutigen modernen Gewerbebetriebe kaum noch zu Lärmbelästigungen führten. „Es gibt ja auch Fenster, die man schließen kann“, gab ein anderer Gast zu bedenken. Deshalb, so Kissendorfer, gelte es Schwerpunkte zu setzen und auf die touristisch geprägten Belange der Kernstadt und Stadtteile Rücksicht zu nehmen.
Landwirt Gerd Manger hob die vorangegangenen Gespräche mit dem Kandidaten über das Landschaftsschutzgebiet in Öfingen lobend hervor und meinte, man solle die einschlägigen Verordnungen künftig so umsetzen, dass sie für alle Beteiligten zufriedenstellend unter einen Hut gebracht werden können. Da die Gemeinde auf diesem Areal relativ viel Fläche besitze, müsse sie auch den ersten Schritt tun, gab er dem künftigen Bürgermeister mit auf den Weg. Ein weiterer Fragenkomplex betraf das Thema Windkraft. Ortsvorsteherin Astrid Schweizer-Engesser wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Stadtverwaltung bereits ein Konzept vorliegt, welches wohl noch einmal überarbeitet werden soll. Kissendorfer wiederholte seinen Standpunkt, dass diese Angelegenheit sowohl auf kommunaler als auch auf regionaler Ebene koordiniert werden müsse. Deshalb müßten alle Kräfte gebündelt werden, um eine solche Anlage zu vermeiden und Schaden von der Stadt abzuwenden. Er habe jedoch den Eindruck, dass manchen Befürwortern der Geldbeutel näher sitzt, als ihre grüne Gesinnung, betonte Kissendorfer unter dem Beifall der Zuhörer. (jok)

 
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