Markus Kissendorfer auf Wahlkampftour
Besuch bei der Firma Engesser in Sunthausen


Sunthausen
„Ich werde im Falle meiner Wahl die Wirtschaftsförderung in Bad Dürrheim und in den Stadtteilen zur Chefsache machen“, erklärte Bürgermeisterkandidat Markus Kissendorfer beim Besuch der Firma Engesser in Sunthausen. Das Unternehmen besteht seit 1960, beschäftigt zehn Mitarbeiter und befaßt sich mit der Herstellung von Drehteilen. Juniorchef Arno Engesser knüpfte an die Aussage seines Gastes an und bemängelte, dass die Stadt Bad Dürrheim bislang zu sehr auf den Begriff „Bad“ fixiert gewesen sei und dabei alles andere vernachlässigt habe. „Der einzige städtische Kontakt zu unserer Firma bestand in der Übersendung der Steuerbescheide“, stellte er sarkastisch fest.
Natürlich dürfe der Kur- und Bäderbetrieb allein schon aus grundsätzlichen Erwägungen keinesfalls vernachlässigt werden, aber ebenso wichtig sei es, zur gewerblichen Wirtschaft ein ausgewogenes Verhältnis anzustreben, bemerkte Kissendorfer. Dazu gehöre letztendlich auch eine innovative Lösung in der Abgabenpolitik an die Kur- und Bäder GmbH, die den Belangen der Unternehmen Rechnung trage. Was den gewerblichen Bereich betreffe, so plädiere er für eine schnelle Bereitstellung von Baugrund, um gewünschte Neuansiedlungen oder den Ausbau bereits bestehender Betriebe zügig voran zu bringen: Er würde als künftiges Stadtoberhaupt zwar weitgehend an die bisherige Praxis anknüpfen, sei aber der Meinung, dass ein Unternehmer der heute bauen will, das Grundstück nicht erst in zwei Jahren zur Verfügung haben dürfe.
„Ich verstehe das Rathaus als Dienstleistungsunternehmen und Wirtschaftsförderer für Neugründungen und Investitionen sowie als zentralen und projektorientierten Ansprechpartner mit einer weitsichtigen Grundstückspolitik, unterstrich der Bürgermeisterkandidat. Diese Politik müsse sich aber auch auf die Ausweisung von preiswertem Baugelände für private Häuslebauer erstrecken, um sowohl den Mitarbeitern, als auch jungen Familien ihren Traum von den eigenen vier Wänden erschwinglich zu machen. Um dem Fachkräftemangel in der Kurstadt zu begegnen, plädierte Kissendorfer für eine engere Kooperation der Stadt Bad Dürrheim mit Fachhochschulen und potentiellen Ausbildungsbetrieben. Schließlich müsse die Stadt selbst ein Interesse daran haben, ihre Attraktivität als Arbeits- und Wohnort unter Beweis zu stellen.
Einen weiteren Aspekt vernünftiger Kommunalpolitik sieht Kissendorfer im Umgang mit der Gewerbesteuer. Er bezieht sich dabei auf die von der Kämmerei erst kürzlich angekündigte Anhebung des Hebesatzes von 330 auf 350 Prozent und glaubt, dass damit die Schmerzgrenze für die Unternehmen erreicht ist. Im regionalen Vergleich liege dieser Satz ohnehin bereits an der Obergrenze. Der Bürgermeisterkandidat sieht sich mit seiner Auffassung im Gleichklang zu einer ortsansässigen Steuerberatergesellschaft, die erst kürzlich in einem Brief an Bürgermeister Hagmann die geplante Gewerbesteuererhöhung als einen Schlag ins Gesicht der Handwerks- und Mittelstandsbetriebe bezeichnet hatte. (jok)

 
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