Wahlveranstaltung in Hochemmingen
Vorstellung des Kandidaten Markus Kissendorfer


Hochemmingen
„Ich verstehe mein künftiges Amt als Herausforderung und umfassendes kommunalpolitisches Engagement für die Stadt Bad Dürrheim und ihre Stadtteile“. Mit dieser Kernaussage trat Bürgermeisterkandidat Markus Kissendorfer am Mittwoch in Hochemmingen vor sein Wahlvolk, das den Saal im Gasthaus „Adler“ bis auf den letzten Platz füllte.
Nachdem er wie schon in den anderen Stadtteilen seine Vorstellungen und Ziele deutlich gemacht hatte, war der Weg frei für eine sehr engagiert geführte Diskussion. Fritz Gebhardt plädierte zum Beispiel dafür, die Arbeit im Rathaus künftig interdisziplinär auszurichten und glaubt, dass Kissendorfer hier der richtige Mann am richtigen Platz sei, da er die Dinge unter anderen Gesichtspunkten betrachtet, als ein reiner Verwaltungsfachmann. Was den Bereich Wirtschaftsförderung betrifft, so gab ihm hier der Kandidat recht, da dieses Gebiet nach seinem Dafürhalten nicht allein verwaltungstechnisch abgewickelt werden könne, sondern unter dem Aspekt eines kommunikativen Austausches mit anderen Fachbereichen umgesetzt werden müsse. Deshalb gelte es auch, die Agenda 2020 konsequent weiterzuführen.
Von Franz Distel auf die unechte Teilortswahl angesprochen, bekannte sich Kissendorfer ganz klar zu dieser Grundzielsetzung, die nur dann zu kippen wäre, wenn sich alle Teilorte geschlossen dagegen aussprechen würden. Für ihn sei es wichtig, dass die Teilorte ihre Eigenständigkeit behalten, wobei allerdings Kommunikation und Verantwortung in Richtung Kernort und zurück gewährleistet sein müsse. Jürgen Erath brachte die Sport-Events der Kur- und Bäder in die Diskussion und wollte wissen, ob diese unter einem Bürgermeister Kissendorfer gefördert würden. Kissendorfer wies darauf hin, dass solche Events kaum rentabel sein können, solange dazu in Bad Dürrheim die nötige Infrastruktur fehle. Events könnten nur der Mosaikstein in einem Ganzjahreskonzept der Kur- und Bäder GmbH sein, das die Stadt mit ihren Teilorten sowie den Einzelhandel und die Gastronomie mit einschließt. Um dies zu erreichen, müßten jedoch alle Beteiligten erst einmal ihre Hausaufgaben machen.
Das Problem der Dienstleistungsangebote in den Ortsteilen wurde ebenfalls angesprochen. Dabei gab Kissendorfer zu bedenken, dass dies auch eine Frage von finanziellen Gesichtspunkten für Post und Sparkasse sei, die letztendlich marktwirtschaftlichen Gesetzen unterlägen. Vielleicht ließe sich diese Lücke aber durch die Bündelung von Dienstleistungen schließen, wie beispielsweise die Übertragung von Post- oder Bankgeschäften an ein normales Ladengeschäft. „Wie wollen Sie Akzeptanz bei den Rathausmitarbeitern erreichen, wenn diese unter Umständen mehr Ahnung von der Verwaltung haben, als Sie“, wollte ein anderer Teilnehmer wissen. Kissendorfer war auch hier um eine Antwort nicht verlegen und erwiderte dem Fragesteller, dass die Verwaltung in Bad Dürrheim schließlich so effektiv ausgestaltet sei, dass sie der Bürgermeister zu führen habe und dabei nicht die Details, sondern das Gesamte im Blick haben müsse. Für seine Statements erntete der Kandidat zum Schluß lang anhalten Beifall und Hans Duffner meinte, er finde es gut, dass die Bürger von Kissendorfer als „Kunden“ betrachtet würden und nicht als Untertanen.


 
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