Markus Kissendorfer auf PR-Tour
Besuch auf dem Aussiedlerhof Fischerkeller


Bad Dürrheim
Was kann die Kommunalpolitik bewirken, um die Lage der ortsansässigen Landwirte zu verbessern und welche Bereiche könnten hierbei vom künftigen Bad Dürrheimer Stadtoberhaupt beeinflußt werden. Diese Frage stand für Bürgermeisterkandidat Markus Kissendorfer am Freitag im Mittelpunkt eines Informationsgespräches auf dem Johanneshof. von Landwirtschaftsmeister Klaus Fischerkeller. Bei diesem bäuerlichen Anwesen handelt es sich um einen reinen Futterbaubetrieb mit 55 Milchkühen und der gleichen Anzahl von Rindern als weibliche Nachzucht. Der Johanneshof gilt somit als anerkannter Zuchtbetrieb. Die Ackerbaufläche umfaßt zwanzig Hektar, davon entfallen neun Hektar auf Silomais und der Rest auf Getreide (Weizen, Gerste und Triticale).
“Wir Landwirte sind zur Zeit die Inflationsbremse Nummer eins in der Bundesrepublik, denn die Nahrungsmitttel werden immer billiger”, unterstreicht Fischerkeller und verweist zugleich auf den damit einher gehenden Preisverfall für heimische landwirtschaftliche Produkte. Eigentlich müßte der Markt die Preise diktieren, aber in Deutschland ist es der Staat mit seiner Interventionspolitik, beklagt der Landwirt und nennt als Beispiel die EU-Schwellenländer, wie Polen und Rumänien. Diese drängten mit ihren billigen Agrarerzeugnissen auf den hiesigen Markt und der deutsche Bauer habe dabei das Nachsehen. “Wenn wir vom Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) keine Unterstützung bekommen würden, sähe es noch trüber für uns aus”, glaubt Fischerkeller und bezeichnet Frankreich als einzigen wirklichen Freund Deutschlands. Dort werde im Gegensatz zu uns für die Landwirtschaft gekämpft und auch wirklich etwas durchgesetzt.
Die Wünsche der Bad Dürrheimer Bauern auf kommunaler Ebene faßt Fischerkeller in zwei Sätzen zusammen. So würde man es begrüßen, wenn die von der Stadt als freiwillige Leistung übernommenen Besamungsgebühren für Rinder weitergeführt würden. Außerdem sollten die Vorhaben Landschaftsschutzgebiet Öfinger Heide und Golfplatz Oberbaldingen wegen des damit verbundenen landwirtschaftlichen Flächenverbrauchs noch einmal gründlich überdacht werden. “Diese Ausführungen haben mich vor allem hinsichtlich des geplanten Golfplatzes nachdenklich gemacht”, meinte Kissendorfer und bezog sich dabei speziell auf den damit verbundenen Flächenverbrauch, der auch seiner Meinung nach eine nachhaltige Veränderung der Kulturlandschaft rund um Bad Dürrheim zur Folge hätte. Wenn es keine Kulturflächen mehr gäbe, die von den Landwirten bearbeitet werden, dann käme als weitere Konsequenz für die Kommune die Anschaffung von neuen Maschinen zum Mulchen und vermutlich eine Verdopplung des Bauhofpersonals hinzu, gab Fischerkeller zu bedenken und lud seinen Gast zu einem Rundgang durch die Stallanlagen des Johanneshofes ein, bei dem sich Kissendorfer über spezielle Fragen der Viehhaltung informieren konnte. Zum Schluß hatte er dann noch Gelegenheit zu einem Einkauf im Hofladen. (jok)

 
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