|
Unterbaldingen In einer mehr als zweistündigen
Wahlveranstaltung im Gasthaus „Baldinga Hof“
hat sich Bürgermeisterkandidat Markus Kissendorfer
am Freitag in Begleitung seiner Ehefrau Yvonne den Fragen
von über 30 interessierten Besuchern gestellt,
die nach seinem Einführungsreferat noch Gelegenheit
zu einer angeregten und sachbezogenen Diskussion hatten.
Ortsvorsteher Erich Hasenfratz war wegen Krankheit entschuldigt.
Kissendorfer bezeichnete den Stadtteil Unterbaldingen
aufgrund der guten Infrastruktur als ein Vorzeigeobjekt
und plädierte dafür, die Ortsteile in ein
gesamtstädtisches Konzept einzubinden, um etwa
eine Verbesserung der Kindergartenplatzangebote für
Kleinkinder von Alleinerziehenden zu erreichen und dem
Ehrenamt die größtmögliche kommunale
Unterstützung angedeihen zu lassen. Als weitere
Zielsetzung nannte er den Abbau von Bürokratie
in der Verwaltung, die sich den Bürgern künftig
als attraktives Dienstleistungsunternehmen präsentieren
müsse. Wie solche Strukturveränderungen vor
sich gehen könnten, wollte Jürgen Schwarz
wissen und Kissendorfer machte klar, dass die KuBä
von Aufgaben zu befreien sei, die normalerweise bei
der Stadt anzusiedeln sind, wie beispielsweise das Minara
als Familienbad. Hier gelte es auch eine Lösung
zu finden, um an externes Kapital heranzukommen. Außerdem
müsse das Gewerbe von Abgaben an die KuBä
entlastet werden, während sich die KuBä wiederum
mehr auf Zielgruppen aus dem touristischen und medizinischen
Gesundheitsbereich konzentrieren sollte.
Eine weitere Frage bezog sich auf die Haushaltskonsolidierung,
bei der nach Meinung von Kissendorfer die Verbesserung
der Kostensituation erste Priorität haben müsse.
„Was wir brauchen sind mehr Kurtaxen- und Gewerbesteuereinnahmen
sowie ein verstärkter Ausbau des Tourismus“,
so seine Intention. Zum Thema Golfplatz machte der Kandidat
noch einmal deutlich, dass der Flächenverbrauch
nach Aussagen von Experten bis zu acht bäuerliche
Existenzen gefährden würde und daher gut überlegt
werden müsse. Sein klares ja zur Windkraft schränkte
er insofern ein, als er diese Energiequelle nicht im
Schwarzwald, sondern eher an der Nordsee für effektiv
halte, da dort die nötigen Windbedingungen herrschten.
Allerdings räumte er auch ein, dass es wohl sehr
schwer sein werde, die Windkraft von Bad Dürrheim
fernzuhalten, es sei denn, man würde die gesamte
Gemarkung als Landschaftsschutzgebiet ausweisen. Angesprochen
wurde ferner die Vereinsförderung und die aktive
Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr. Hier
plädierte Kissendorfer für eine jährliche
Zusammenkunft aller Vereinsvorstände, um eine gemeinsame
Marschrichtung festzulegen.
Die Frage, wo denn seine Stärke als künftiger
Bürgermeister liegen werde, beantwortete der Kandidat
so: „Ich möchte für die Bad Dürrheimer
kein Verwalter, sondern ein bürgernaher, wirtschaftlich
denkender Unternehmer sein, der die Stadt auf allen
Gebieten voran bringt. Meine Mitgliedschaft in der CDU
spielt in diesem Zusammenhang überhaupt keine Rolle,
denn Vorbild in puncto Neutralität ist für
mich Bürgermeister Gerhard Hagmann, der ja bekanntlich
der FDP angehört“. Was zähle, sei nicht
das Parteibuch, sondern eine sachbezogene Kommunalpolitik.
Dazu brauche er allerdings alte erfahrene Schlachtrösser,
die mit ihm in den Kampf zögen, betonte Kissendorfer.
Seine diesbezüglichen Vorstellungen von Bürgernähe
belohnte das Auditorium am Ende mit lang anhaltendem
Beifall. (jok)
|